Organisiert die Antifa-Gegenwehr

Liebe Leute,
vermutlich habt ihr die folgenden Zeilen heute schon ein paar Mal gehört, manches kann nicht oft genug gesagt werden: Beste Wünsche zur schnellen Genesung gehen an den verletzten Antifaschisten. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst, aber wir freuen uns sehr, dich bald wiederzusehen!

Dieser Angriff auf ihn ist ein umfassender Angriff auf sein Leben als solches, in allen Kontexten, in denen er sich bewegt, mit all den Menschen, die dadrin vorkommen: Familie, Freund:innen, Angehörige, Comrades, Genoss:innen, und viele mehr. Wir können nur erahnen was ihr die letzte Woche aushalten und durchmachen musstet. Wir stehen an eurer Seite.

Probs gehen auch raus an die beste Anwaltskanzlei von Welt für eure juristische und emotionale Unterstützung in der letzten Woche.

Und natürlich freuen wir uns heute hier zusammen mit euch allen unsere Solidarität mit dem verletzten Antifa auf die Straße tragen zu können. Es fühlt sich gut an, hier so viele Menschen zu sehen.

Wir alle hier werden in den Medien gerne als „linke Szene“ bezeichnet und mitunter benutzen wir den Begriff auch selbst. Wir wissen aber auch, dass wir uns wohl nach hunderten Plena nicht einig wären, was damit eigentlich gemeint ist. Nicht selten stehen die Unterschiede vor den Gemeinsamkeiten.

Wir leben aber auch in einer Zeit, in der leider mal wieder sehr deutlich wird, dass Faschismus und erst recht autoritäre Denkweisen nicht einfach verschwinden werden. Ganz im Gegenteil: Antifaschismus, der Kampf gegen Faschismus, ist eine dauerhafte und kontinuierliche Aufgabe. Und genau hier ist unsere Unterschiedlichkeit eine Stärke. Lasst uns den unterschiedlichen Spielarten des Faschismus mit einem intersektionalen Kampf gegen Unterdrückung, Diskriminierung und Ausgrenzung begegnen. Lasst uns faschistischen Strukturen auf allen Ebenen und mit ganz unterschiedlichen Mitteln entgegenstellen. Ein stabiler Antifaschismus auf der Straße, Infoveranstaltungen und Recherche sowie politische Konzerte verfolgen das gleiche Ziel.

Und lasst uns, das ist vielleicht sogar das Wichtigste, lasst uns gemeinsam weiter emanzipatorische Strukturen aufbauen, die jenseits von Staat und anderen Autoritäten funktionieren. Solidarische und hierarchiekritische Strukturen in denen wir gemeinsam für eine andere Welt einstehen können. Strukturen, deren Grundlage so weit vom Faschismus entfernt ist, dass wir ihn an der Wurzel packen und jegliche Basis nehmen.

In diesem Sinne: Zusammen ist besser als alleine.
Antifa in die Offensive.