Café Commune: Von der Kritischen Theorie zur unkritischen Praxis? Das Verhältnis von Theorie, Praxis und Gewalt bei Adorno und Marcuse

Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse, zwei zentrale Denker der Kritischen Theorie, gelten als philosophische Wegbereiter der 68er und anderer Protestbewegungen der Sechzigerjahre. In der Beurteilung dieser Bewegungen und ihrer Protestformen lagen die beiden Philosophen jedoch weit auseinander. So entbrannte zwischen ihnen in der zweiten Hälfte der Sechziger eine Auseinandersetzung über die Frage, ob sich moderne Gesellschaften überhaupt noch durch Praxis zum Besseren verändern lassen. In zahlreichen Briefen, Vorträgen und Essays stritten Marcuse und Adorno heftig über das richtige Verhältnis von Theorie und Praxis – und über den Einsatz von Gewalt.
Wie beurteilten die beiden Kritischen Theoretiker damals die jungen, (pseudo-)revolutionären Bewegungen? Welchen Wert maßen sie der Theorie im universitären ›Elfenbeinturm‹ bei; welchen der Protestpraxis auf der Straße? Wie positionierten sich Adorno und Marcuse zu Militanz und Gewalt? Und welche Aspekte ihrer Debatte sind für gegenwärtige Protestbewegungen besonders relevant? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Vortrag von Paul Carlsen.
Wir freuen uns auf die Veranstaltung, kommt vorbei! Vorwissen wird nicht benötigt.


